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Das Winser Schwimmbad​ - wie es weitergehen soll

Man mag es mir nachsehen, dass ich jetzt ein bisschen weiter aushole, aber wenn ich die (teilweise sinnfreien) Kommentare lese, die auf Grund des CZ-Artikels zum Fortbestand unseres Schwimmbades auf Facebook usw. kursieren, dann müssen einige Menschen einfach noch einmal ein bisschen Historie vermittelt bekommen. 

Allerdings lässt es sich auch nicht von der Hand weisen, dass die CZ mit ihren reißerischen Überschriften genau diese Kommentare auch provozieren will. Also, hier nochmal ein kurzer Rückblick. Im Jahre 2009 ging schon durch die Presse, dass die Politik die Schließung des Hallen- und Freibades als unumgänglich ansieht, da das Bad in seiner Bausubstanz marode und finanziell defizitär ist. Nach vielen Diskussionen wurden damals die Wirtschaftsbetriebe Allertal (als günstigerer Betreiber aus steuerlichen Gründen) und der Förderverein Schwimmbad (als bürgerliche Unterstützung zur Erhaltung des Bades) gegründet. 

Seitdem ist das Thema „Können wir das Bad weiterhin noch sicher und finanziell vertretbar erhalten“ der Dauerbrenner in unserer Gemeindepolitik. Wer das nicht mitbekommen hat, der kann in den letzten Jahren nicht wirklich unser Schwimmbad mit Interesse begleitet haben. Mindestens über die letzten fünf Ratsperioden haben wir uns intensiv in der Verwaltung und im Rat - und zwar in allen Fraktionen - den Kopf darüber zerbrochen, wie wir für unseren Ort, trotz der Millioneninvestition, die dahinter steht, das Bad erhalten können. 

Dabei waren die folgenden Punkte (nach Priorität) von Belang, möglichst ganzjährig das Bad zu betreiben:

  1. Kinder müssen die Chance haben, in Winsen schwimmen zu lernen;
  2. DLRG und Vereine müssen trainieren können;
  3. Aqua-Gesundheitssport soll stattfinden können;
  4. Früh- und Freizeitschwimmen soll ermöglicht werden.

Es gab immer wieder Pläne, doch diese schienen im Angesicht der hohen Kosten, die die Sanierung des über fünfzig Jahre alten und zum Teil im Urzustand befindlichen Bades mit sich bringen würde, unmöglich realisierbar zu sein. Im letzten Jahr ist dann zum ersten Mal Licht am Ende des Tunnels gewesen, als ein Antrag zur Finanzierung der Sanierung im Rat von allen Mitgliedern unterstützt wurde. 

Dieser Antrag besagt, dass 90% der gesetzlich festgelegten und für dreißig Jahre sicheren Erlöse aus Freiflächenphotovoltaikanlagen zur Erhaltung des Schwimmbades aufgewandt werden und 10% der Erlöse zur freien Verfügung der Ortsteile stehen, wo die Anlagen errichtet werden. Tenor: Wenn wir schon die Anlagen in unserer Gemeinde haben, dann sollen die Bürger auch direkt einen Nutzen davon haben! Dieser Beschluss hat es uns nun ermöglicht, tatsächlich Varianten zur Sanierung des Schwimmbades bei einer Fachfirma in Auftrag zu geben. 

Diese Varianten wurden am letzten Donnerstag den Ratsmitgliedern in einer Klausur vorgestellt und alle Fraktionen (außer die AfD, hier war kein Vertreter anwesend) haben sich einstimmig für die folgende Vorgehensweise entschieden: Es soll zukünftig nur noch ein Becken geben, nämlich das in der Halle. Dieses wird ganzjährig betrieben. In den Sommermonaten wird die Halle durch große Fensterelemente (möglichst an zwei Seiten) nahezu offen sein. Die gesamte Technik und die Bausubstanz (bis auf den Rohbau) werden erneuert. 

Das Freibad wird verfüllt, die Fundamente bleiben aber, falls wir uns doch mal wieder ein zweites Becken leisten können, in der Erde. Im Außenbereich soll ein Splash-Park für die kleineren Kinder entstehen, damit die Eltern sie besser im Blick haben. Das Außengelände wird attraktiver gestaltet. Mit dieser Variante, die sich kostenmäßig bei ca. 15 Mio. Euro bewegt, können alle Kriterien, die oben genannt sind, erfüllt werden. Politisch beraten wird das Ganze jetzt noch im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss (30.09.25) sowie im Rat (09.10.25). 

Der Ratsbeschluss dient dann zur Beauftragung einer umfassenden Planung, die zur Beantragung von Fördergeldern zwingend vorgeschrieben ist. Um es mal in einem Satz zu sagen: Wir waren in den letzten sechzehn Jahren noch nie so dicht dran, unser Schwimmbad erhalten zu können!

Ich hoffe wirklich sehr, dass das Bemühen von Rat und Verwaltung, für Winsen dieses Stück Lebensqualität auch in wirtschaftlich sehr angespannten Zeiten zu erhalten, Anerkennung und Unterstützung findet.

Dirk Oelmann