Die Berichte über das Allerhochwasser verweisen immer wieder auf den großen Beitrag der Bevölkerung bei der Bewältigung seiner Folgen.
Archivierte Berichte
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Winser DLRG-Ortsgruppe im Einsatz gegen das Hochwasser
Ob es nun um die freiwilligen Helferinnen und Helfer geht, die Sandsäcke befüllen und viele andere Formen der Unterstützung leisten; oder ob man über das enorme, oft keine Pause kennende Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte spricht:
Der Zusammenhalt und der Gemeinsinn, die bei diesen Gelegenheiten zum Tragen kommen, haben die Gemeinde Winsen (Aller) und ihre Bürger zweifelsohne vor noch größeren Schäden bewahrt. Dies lässt sich bereits jetzt feststellen, obwohl die Lage vielerorts weiter angespannt ist und die Herausforderungen keineswegs überwunden sind.
Welch eindrucksvolle Formen der Einsatz für das Wohl der Mitbürgerinnen und Mitbürger in diesen Tagen annimmt, zeigt das Beispiel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.
Die Aktivität ihrer Einsatzkräfte vollzieht sich im und am Wasser und ist somit für die Allgemeinheit mitunter etwas weniger sichtbar als die Aktionen der ebenso verdienten Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes.
Aus diesem Grund gilt es hier, einmal einen Eindruck von den Anstrengungen der Winser DLRG-Ortsgruppe zu vermitteln (wobei im Folgenden nur ein Teil davon wiedergegeben werden kann).
Die Einsätze der vergangenen Tage besaßen eine große Bandbreite. Ein Schwerpunkt lag hier sicherlich auf der Sorge um die vom Hochwasser betroffenen Menschen. So half die Winser DLRG-Ortsgruppe bereits Heiligabend beim Transport der Bewohner einer Pflegeeinrichtung auf sicheres Terrain.
Ebenso war man beteiligt, als es galt, die Bewohner der Süd- und Westohe auf die Evakuierung vorzubereiten. In einem Fall lag hier eine medizinische Notlage vor, in der man einer Person dabei half, das überschwemmte Gebiet zu verlassen.
Am 28. Dezember wurden die Rettungskräfte in den Wietzer Wachholderpark gerufen. Hier war infolge des Hochwassers eine ganze Straße abgeschnitten und es war unbekannt, ob dort Personen zurückgeblieben waren.
Die Strömungsretter wateten durch das hüfttiefe Wasser von Grundstück zu Grundstück und überprüften, ob in den dortigen Häusern noch Menschen waren. Manchmal konnte der Weg nur schwimmend zurückgelegt werden.
Zwei Tage später halfen die Rettungskräfte der DLRG dabei, ein Kraftfahrzeug bei Jeversen zu bergen. Der Autofahrer war dort bei dem Versuch, die Allerbrücke zu überqueren, im Wasser steckengeblieben. In seinem Gefährt befanden sich sechs Hunde, die ebenfalls gerettet wurden.
Dem Tierwohl galt auch ein weiterer Einsatz, der schon zuvor am zweiten Weihnachtstag stattgefunden hatte: Im Wacholderpark mussten dabei zwei Bienenvölker, die infolge des gestiegenen Wasserpegels mit einem Mal zwanzig Meter von der neuen Wasserkante entfernt waren, evakuiert werden.
Die Strömungsretter aus Winsen und Celle konnten die Bienen nur noch schwimmend erreichen, um sie dann mithilfe eines für die Rettung entwickelten Standup Paddle Boards (SUP) in Sicherheit bringen.
Eine der Kernaufgaben bestand schließlich in der Unterstützung von Maßnahmen des Hochwasserschutzes. In Langlingen standen die Frauen und Männer der DLRG am 26. Dezember fünf Stunden lang im Wasser und an der Wasserkante, verlegten Deichfolie und sicherten diese mit Sandsäcken.
Am 30. Dezember beteiligten sie sich in Wathlingen an der längsten Sandsackkette, wobei die Strömungsretter zudem die Säcke im Wasser verlegten. Und am folgenden Tag halfen die DLRG-Einsatzkräfte in Eicklingen dabei, einen undichten Deich zu sichern. Da man das Loch nicht finden konnte, wurden bei dieser Operation 40 m Folie verlegt.
Innerhalb von sieben Tagen absolvierte die Ortsgruppe Winsen (Aller) zehn Einsätze und die enorme Zahl von insgesamt 420 Helferstunden. Dabei war man immer mit mindestens zehn Aktiven vertreten, laut Einsatzleiterin Andrea Zenk eine sehr gute Bilanz. Diese Helferinnen und Helfer blieben aufgrund der Einsätze wiederholt und über lange Stunden von ihren Familien getrennt.
Gleichzeitig darf nicht verschwiegen werden, dass Aktionen dieser Art immer auch ein reelles Risiko für die eigene Gesundheit beinhalten. Das Wasser ist kalt und mitunter mit Fäkalien versetzt, die Strömung stark. Herausfordernd ist mitunter auch der Umgang mit den Personen, denen man helfen möchte. Gerade bei der Evakuierung mit dem Boot kann viel passieren.
Die Menschen befinden sich in einer außergewöhnlichen Situation, sie sollen ihr Hab und Gut verlassen und müssen sich auf das Minimalste beschränken. Der Umgang mit ihnen erfordert ein besonderes Augenmerk. Um die entsprechenden Aufgaben bewältigen zu können, müssen die Männer und Frauen eine intensive Ausbildung durchlaufen haben.
Das Beschriebene macht deutlich, wie anstrengend, vor allem aber auch, wie wertvoll das Engagement der DLRG seit Weihnachten war.
Die notwendigen finanziellen Mittel für ihre Aktivität stammen durchweg aus den eigenen Mitgliedsbeiträgen und privaten Spenden. Um ihre wichtigen Aufgaben, um den Dienst an unserer Gesellschaft auch in Zukunft leisten zu können, benötigt die DLRG als gemeinnütziger Verein deshalb – und das Gleiche gilt auch für DRK, THW und die Ortsfeuerwehren – Ihre Unterstützung!
Helfen können Sie, wenn Sie sich für eine passive Mitgliedschaft oder, noch besser, für ein aktives Mitmachen in diesen Organisationen entscheiden.
Weitere Infos zur DLRG-Ortsgruppe: https://winsen-aller.dlrg.de/







