... aus allen Rohren, das könnte man manchmal glauben, wenn man sich mittags durch unsere Gemeinde bewegt und sich die Gartenbewässerung anschaut.
Wasser ist leider mittlerweile zu einem unserer kostbarsten der lebensnotwendigen Güter geworden. Und das rührt sicherlich auch aus der Erkenntnis heraus, dass Grundwasser endlich ist.
Wir kennen die Bilder aus den letzten Sommern, als ganze Flüsse ausgetrocknet waren. Wenn auch kein großer Fluss, aber die Wietze war im letzten Sommer zum ersten Mal seit Menschengedenken über viele Kilometer trocken. Das zeigt deutlich, dass wir hier nicht über ein fernes Problem sprechen, das irgendwelche Wein- und Gemüsebauern in der italienischen Po-Ebene betrifft – das Problem ist vor unserer Haustür angekommen.
Glücklicherweise sind wir (noch) nicht so sehr betroffen, dass wir uns kurzfristig existenzielle Fragen stellen müssen, aber wenn bei uns kein Umdenken stattfindet, dann kommen auch wir bald an diesen Punkt.
Zum Umdenken gehört u. a., dass Gärten nicht stundenlang und auch nicht in der Mittagshitze bewässert werden müssen. Jeder Gärtner wird Ihnen sagen, dass das völliger Irrsinn ist und die Pflanzen dadurch eher Schaden nehmen, als dass man ihnen damit Gutes tut. Und selbst, wenn die Flächen mittags im Schatten liegen, so ist die Temperatur im Sommer doch oft so hoch, dass ein Großteil des Wassers einfach verdunstet und die Wurzeln der Pflanzen niemals erreicht.
Bewässerung sollte in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden stattfinden und auch nur über einen kurzen Zeitraum, dann erzielt man den besten Effekt. Und wer nicht früh aufstehen mag, der kann das auch damit regeln, dass eine Zeitschaltuhr vor die Gartenpumpe geschaltet wird. Mittlerweile haben die ersten Landkreise in Niedersachsen die Gartenbewässerung schon zeitlich per Verordnung reglementiert und das wird uns über kurz oder lang alle treffen, wenn wir nicht besser mit dem Wasser haushalten.
Einfache Maßnahmen wie z. B. das Auffangen von Regenwasser, um es dann für das Blumengießen zu verwenden, oder auch die „Weiterverwertung“ von Wasser aus Planschbecken und Pools, sind erste Schritte, die den richtigen Weg aufzeigen.
Und spätestens an dieser Stelle höre ich in Gesprächen immer: „Ja, aber die Bauern ...“. Ganz ehrlich, dieser Einwand hinkt, denn erstens werden mit dem dort verbrauchten Wasser u. a. Lebensmittel oder Tierfutter produziert und nicht nur Rasenflächen schön grün gemacht und zweitens glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass unsere Landwirte sich ihren wichtigsten Rohstoff – und das ist definitiv das Wasser – selber mehr als nötig im doppelten Sinne abgraben, denn dann können sie sehr bald ihre oft schon seit Generationen bestehenden Höfe aufgeben. Außerdem unterliegen die Landwirte entsprechenden Kontrollen bei der Grundwasserentnahme.
Es wäre schön, wenn auch wir Bürgerinnen und Bürger uns (jeder für sich selbst, solange man uns noch lässt und das nicht vom Gesetzgeber in die Hand genommen wird) kontrollieren und disziplinieren beim Verbrauch von Wasser. Und egal, was der Nachbar macht und wie sehr uns das ärgert, wir müssen ihm/ihr nicht nacheifern.
Spätestens, wenn aus seinem Wasserhahn oder Brunnen nichts mehr kommt, dann wird es auch bei Ihnen versiegen. Und dann merkt man oft (leider erst zu spät), dass beide verloren haben. Diese „Rechtfertigungsmentalität“ (wenn der das macht, dann mache ich das auch) hat noch nie dazu geführt, dass am Ende ein Problem gelöst oder ein Zustand verbessert wurde.
Darum bitte ich Sie wirklich von Herzen, gerade in der heißen Jahreszeit beim Verbrauch von Wasser besonders verantwortungsvoll für uns und die uns nachfolgenden Generationen zu handeln.
Dirk Oelmann

