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Archivierte Berichte

Hier finden Sie ausschließlich archivierte Berichte aus unserer Rubrik "Aktuelles" / "amtl. Bekanntmachungen" - aktuelle Satzungen z.B. finden Sie auf der Seite Ortsrecht

Was liegt an in 2015?

Diese Frage habe ich in den letzten Tagen mehr als häufig gehört. Freut mich aber auch, denn es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Menschen mit ihrer Gemeinde beschäftigen und die Abläufe und Entwicklungen genau beobachten.

Was so ein Jahr mit sich bringt, dass lässt sich in der Vorausschau immer nur bedingt sagen, doch einige Aufgaben und Termine stehen natürlich auch schon fest und sind bereits in der Planungs- und Umsetzungsphase.

2015 ist für mich das Jahr, in dem noch einmal viele Weichen für die zukünftige Qualität in Bezug auf Familienfreundlichkeit quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten gestellt werden. Das beginnt mit der Einführung der Ganztagsgrundschule im Februar. Nach der langen Bauphase in der Grundschule, die Schüler, Eltern und Lehrer sowie Personal (und hier ganz besonders die Reinigungskräfte) ohne große Klagen ertragen haben, wird nun langsam wieder Ruhe einkehren und ein normaler Schulbetrieb möglich sein.

Eltern haben nun endlich die Möglichkeit, ihre Kinder bis 17.00 Uhr und auch in Ferienzeiten betreuen zu lassen und sind somit in der Ausübung ihrer Berufe weitaus flexibler als vorher. Eine echte Verbesserung gegenüber vorher – und die Anmeldezahlen, die bei ca. 50 % der Grundschüler liegen, zeigen, wie dringend notwendig die Abdeckung dieses Bedarfes gewesen ist. Mit vernünftigen Räumen für den Hortbetrieb, die in nächster Zeit noch zu schaffen sind, wäre das Angebot perfekt.

Dabei ist nach wie vor auch der Raumbedarf für ein Jugendzentrum zu berücksichtigen, denn die derzeitige Unterbringung in den Containern an der ehemaligen Hauptschule ist mit sehr vielen Einschränkungen sowie Belastungen für Nutzer und Betreiber verbunden und kann deshalb nur eine kurzfristige vorübergehende Lösung darstellen. Darüber sollten sich alle Politiker im Klaren sein.

Nach den Erkenntnissen aus dem Winser Dialog, dass die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum im Ortskern ein drängendes Problem der allernächsten Zukunft ist, müssen nun auch Beschlüsse und Taten folgen, die die Lösung dieser Aufgabe erkennbar machen. In allen bisher genannten Punkten ist Einigkeit in der Politik eine wichtige Voraussetzung, um möglichst schnell und gut diese Aufgaben, die alle Bevölkerungs- und Wählergruppen gleichermaßen betreffen, in den Griff zu bekommen.

Einigkeit, weil von existenzieller Bedeutung für unsere Gemeinde, herrscht bereits in weiten Teilen der Politik, dass neue Gewerbe- und auch Baugebiete dringend benötigt werden. Die Ausweisung der neuen Überschwemmungsgebiete durch das Land schränkt uns hier in Winsen jedoch sehr ein und so ist die Frage zu klären, wo es nach den neuen Vorgaben überhaupt sinnhafte Möglichkeiten für solche Gebiete gibt.

Da unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Voraussetzungen und Auflagen von der Planung bis zur Umsetzung gut und gern mehr als ein Jahr Zeit ins Land geht ist auch hier eine gewisse Dringlichkeit geboten.

Leider gibt es auch 2015 noch keine Entspannung in der Flüchtlingsfrage, wie jeder den täglichen Nachrichtensendungen entnehmen kann. Die Aufnahmequote, die in diesen Tagen gerade allen Kommunen mitgeteilt wurden, liegt in Winsen bei 54 Personen. Das ist leistbar, erfordert aber auch viel Planung bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge sowie Bereitstellung von Mitarbeitern in der Verwaltung, die diesen Mehraufwand fachgerecht abarbeiten.

Nach wie vor zähle ich auf die breite Unterstützung aus unserer Bevölkerung, die auch schon im letzten Jahr mit bemerkenswertem ehrenamtlichem Engagement dazu beigetragen hat, dass Probleme gar nicht erst entstanden sind. Schön, wenn dieser Strom an Hilfsbereitschaft nicht abreißt.

Bei all diesen Aufgaben habe ich wieder den Werbespruch „Es gibt viel zu tun – packen wir´s an!“ im Kopf. Wenn die Aufgaben, die von der Politik erledigt werden müssen, dann auch noch gemeinsam und nur im Hinblick auf das Wohl unserer Gemeinde angepackt werden, dann kann 2015 ein richtig gutes und wichtiges Jahr für Winsen werden.

Dirk Oelmann
Bürgermeister