Die Frage „Was gibt´s Neues?“ ist sicherlich die, die mir am häufigsten gestellt wird. So ein bisschen scheint es eine Erwartungshaltung zu geben, nach der es jeden Tag mindestens eine Topmeldung aus dem Rathaus geben muss.
Wir in der Verwaltung sind eigentlich ganz froh darüber, wenn an der Neuigkeitenbörse einmal Ruhe einkehrt, denn dann ist ganz normales arbeiten, wo man endlich einmal die Stapel auf dem Schreibtisch auflösen kann, möglich.
Und so gab es in den letzten 14 Tagen auch nichts, was ich Ihnen in dieser Rubrik hätte mitteilen können. Wir sind glücklicherweise in der Situation, dass unsere Projekte wie z. B. der Verwaltungsneubau und die Straßensanierungen, alle zeit- und preisgerecht laufen. Sicherlich, vergleiche ich das mit dem Berliner Flughafen und Stuttgart 21, dann ist das schon eine Topmeldung. Aber sollte dies nicht eigentlich der Regelfall sein?
Auch die Informationen, dass wir in diesem Jahr unseren Haushalt aller Voraussicht nach zum fünften Mal in Folge positiv abschließen werden und das sich unser Gewerbesteueraufkommen in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt hat, sind eher Randnotizen. Zumindest werden sie oft nur als solche betrachtet, da wir mittlerweile auf die Katastrophennews eher reagieren als auf die guten Neuigkeiten.
Es ist offenbar Zeitgeist, dass wir alle eher negative Entwicklungen erwarten und dabei die Dinge übersehen, die bei uns gut laufen. Das mag natürlich auch daran liegen, dass in Wahlkämpfen viele Dinge negativ dargestellt werden und so der Eindruck erzeugt wird, dass hier vieles im Argen liegt. Auch die Streitigkeiten in der Politik tragen dazu bei, dass sich die Wahrnehmung verschiebt und man als Bürger den Eindruck gewinnen kann, dass in Winsen nichts läuft. Schließlich werfen wir Politiker uns das ja schon seit Jahren vor.
Eigentlich schade, dass wir das Winser Licht damit so unter den Scheffel stellen, dass es gar nicht richtig leuchten kann. Dessen wird man sich immer dann besonders bewusst, wenn Menschen von auswärts kommen und uns auf die tollen Entwicklungen in unserer Gemeinde hinweisen.
So wäre der Beginn der neuen Ratsperiode der geeignete Zeitpunkt, um endlich die alten und unsinnigen Streitigkeiten beizulegen und gemeinsam an der guten Entwicklung Winsens zu arbeiten. Dass die Streitigkeiten, ob nun in Bund, Land oder Kommune, immer dazu führen, dass sich lachende Dritte die Hände reiben, ist doch hinlänglich bekannt und sollte uns als Erfahrung der letzten Wochen eine Lehre sein.
In fünf Jahren müssen wir uns schließlich wieder an den Taten, die wir vollbracht oder auch nicht vollbracht haben, messen und bewerten lassen. So, bis hierin waren das alles noch keine Neuigkeiten, denn alles hat vorher schon einmal irgendwo gestanden, erschließt sich einem durch einen gesunden Menschenverstand von ganz allein oder war öffentlich einsehbar.
Neu ist aber die Information, dass Südwinsen ab dem 17.10.2016 eine Postagentur im E-Center bekommen wird. Diese soll Montag bis Samstag von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet sein.
Und die Information über die neue Festsetzung der Flüchtlingsquote, die bereits für Juli angekündigt war, wurde heute nun für November avisiert. Aus dem Schreiben des Innenministeriums geht hervor, dass mit einer sehr viel geringeren Quote zu rechnen ist, als das bisher der Fall gewesen ist, da sich die Zugangszahl weiterhin auf geringem Niveau bewegt.
Und last but not least noch die Information, dass die Gemeinde Winsen den Zuschlag bei der Versteigerung des Schleusenwärterhauses in Bannetze erhalten hat. Hier kann nun endlich mit der Rettung des historischen Gebäudes und der Umsetzung des touristischen Konzeptes begonnen werden.
Eigentlich läuft es gerade richtig gut. Schlau sind wir, wenn wir uns das nicht selbst kaputt reden.
Dirk Oelmann
Bürgermeister
