Viele Bürgerinnen und Bürger sind verärgert, wenn sie sich am Wochenende stark frequentierte Plätze in unserer Gemeinde wie z. B. den Anleger an der Aller oder den Skaterplatz anschauen. Ganz offensichtlich haben einige Menschen es nicht gelernt, dass man seinen eigenen Müll in die dafür vorgesehenen Behälter schmeißt oder, falls diese voll sind (manchmal leider durch große Tüten voller Hausmüll!), auch wieder mitnimmt.
Man sollte sich davor hüten, die Schuld für die verschmutzten Plätze einzelnen Gruppen wie etwa den Jugendlichen, den Flüchtlingen, den Touristen, den Paddlern oder wem auch immer zu geben. In allen mir bekannten Gruppen gibt es einen großen Teil von Menschen mit Verantwortungs- und Umweltbewusstsein sowie einen kleinen Teil von Menschen, die aus Dummheit oder Gleichgültigkeit das Allgemeingut, in diesem Fall unsere Freizeit- und Sportanlagen, verkommen lassen oder zum Teil auch mutwillig beschädigen wie z. B. unsere Skateranlage vor einigen Wochen. Diese wurde dann gesperrt, da das Verletzungsrisiko für die Nutzer extrem hoch war, was uns auch durch eine Rückfrage beim TÜV Nord als der einzig mögliche Weg aufgezeigt wurde.
Aber was ist hier nun der richtige Weg? Für alle Zeit alles sperren und die Angebote entsprechend zurückfahren? Damit bestraft man vor allem die, die unsere Freizeit- und Erholungsflächen vernünftig nutzen, oftmals sogar Eigeninitiative zur Errichtung und Erhaltung eingebracht haben und damit doppelt getroffen wären.
Im Bereich des Alleranlegers würde eine Sperrung bedeuten, dass eine unserer attraktivsten Naherholungsflächen für die Bürgerinnen und Bürger und einer der wichtigsten Touristikpunkte wegfallen würde, was u. a. eine Schädigung der heimischen Wirtschaft zur Folge hätte.
Bei der Skateranlage kommt noch erschwerend hinzu, dass hier reichlich Sponsorengelder für den Bau eingeworben werden konnten und sich die Frage stellt, ob Sponsoren weiterhin so großzügig sind, wenn sie beobachten müssen, dass von Ihnen geförderte Anlagen aufgrund von Vandalismus geschlossen werden?
Auch Gremien wie der Gemeinderat tun sich bei der positiven Entscheidung zum Ausbau der Anlagen oder zur Schaffung weiterer Angebote extrem schwer, wenn sie diese Bilder vor Augen haben. Sperrung ist also in beiden Fällen die denkbar schlechteste Lösung. Leider gibt es auch hier kein Allheilmittel, wie in solchen Fällen verfahren werden kann.
Zunächst bin ich froh, dass wir für die Herrichtung der Skateranlage den Lindhorst-Fond für eine Spendenzusage in Höhe von 3.000 € gewinnen konnten, um somit einen gefahrlosen Betrieb der Anlage für die Jugendlichen zu ermöglichen.
Doch zusätzlich werden wir hier auch in eine Videoüberwachung investieren müssen, um zukünftige Täter abzuschrecken oder zu identifizieren. Am Anleger werden uns zusätzliche Kosten durch einen Wochenend-Reinigungsdienst entstehen, doch anders ist das Problem nicht in den Griff zu bekommen.
Leider müssen auch hier wieder auf Kosten der Allgemeinheit Maßnahmen getroffen werden, die nur wenige durch ihr rücksichtsloses Verhalten zu verantworten haben. Daher möchte ich gern den Appell an alle richten, die unsere Freizeit-, Sport- und Erholungsanlagen nutzen: Geht verantwortungsbewusst damit um, damit wir das gute Angebot in unserer Gemeinde auch weiterhin aufrechterhalten können und Entscheider sowie Sponsoren sehen, dass das Geld sehr gut angelegt ist.
Dirk Oelmann
Bürgermeister
