dass uns diese Weisheit in Bezug auf das Alter immer häufiger begegnet ist nicht weiter schlimm, drückt sie doch aus, dass wir uns jung und fit fühlen, wo sich Generationen vor uns schon fast am Ende ihres Lebens wähnten. Wo sich dieses Motto aber auch immer mehr breit macht ist der Straßenverkehr – und das ist weniger erfreulich.
Auch ich kann mich leider nicht davon freisprechen, in einer 30er-Zone ab und an festzustellen, dass ich zu schnell unterwegs bin. Bei unseren heutigen Fahrzeugen fallen diese Unterschiede bei den Geschwindigkeiten dem Fahrer kaum auf. Aber das darf für uns alle keine Entschuldigung sein, denn die 30er-Zonen sind nicht ohne Grund eingerichtet worden.
Meistens handelt es sich um Anwohnerstraßen, wo oftmals keine Fußwege vorhanden sind und Fußgänger, hier häufig Senioren oder Schulkinder, ungeschützt auf der Straße gehen. Spielende Kinder sind in diesen Bereichen ebenfalls verstärkt anzutreffen, was in den meist engen und unübersichtlichen Straßen schnell zu Unfällen führen kann.
Ich teile die Meinung des Gesetzgebers nicht, dass ein Bereich erst als Unfallschwerpunkt definiert werden muss (was zumeist durch schwere bis tödliche Unfälle geschieht), bis man wirksame, verkehrsberuhigende Maßnahmen ergreift. Hier sollte uns unser eigener Verstand schon sagen, dass wir motorisierten Verkehrsteilnehmer es selbst in der Hand haben, dass man als Fußgänger in Winsen sicher unterwegs sein kann. Und auch für die Anwohner in den 30er-Zonen bedeutet es ein großes Stück mehr Lebensqualität, wenn diese Geschwindigkeit dort eingehalten und damit eine Menge Lärm verhindert wird. Wir selbst schätzen es ja auch alle, wenn vor unserer eigenen Tür nicht gerast wird, dann sollten wir es unseren Mitbürgern doch auch zugestehen.
Immerhin bedeutet ein Tempo von 51 km/h in diesem Bereich, was uns vom Gefühl her ganz normal vorkommt, schon ein Bußgeld von 80 € und einen Punkt in Flensburg. Mittlerweile wird auch gern von den zuständigen Behörden in 30er-Zonen geblitzt. Ob der Grund hierfür der ist, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, hier mehr Verkehrssünder zu stellen, die mit mehr als 20 km/h zu schnell unterwegs sind, vermag ich nicht zu beurteilen, aber vorstellen könnte ich es mir schon.
Also, vielleicht versuchen wir alle einmal mehr, uns zu disziplinieren, die Geschwindigkeit in 30er-Zonen einzuhalten und damit Fußgänger zu schützen, Anwohner zu entnerven und unseren eigenen Geldbeutel zu schonen.
Dirk Oelmann
