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Interview mit Uwe Schulze

Interview mit Uwe Schulze, der ehrenamtlich für das Projekt „Hand in Hand“ die Fahrradwerkstatt betreut.

Seit wann engagierst du dich in der Integrationshilfe von Migranten in unserer Gemeinde?
Ich bin seit Mai 2024 mit der Leitung der Fahrradwerkstatt ehrenamtlich betreut.

Was hat dich dazu motiviert, dieses Ehrenamt zu übernehmen?
In Gesprächen mit Menschen, die bereits ein Ehrenamt ausüben, habe ich immer diese Begeisterung wahrgenommen, wenn sie mir von ihrer Tätigkeit oder Aufgabe erzählt haben. Ihre Erfahrungen mit positivem Feedback und der Dankbarkeit der Menschen, dass man für sie da ist. Als hier in Winsen jemand für die Leitung der Fahrradwerkstatt gesucht wurde, habe ich mich deshalb entschlossen, diese Aufgabe zu übernehmen.

Hattest du vor deinem Engagement bereits Berührungspunkte mit dem Thema Migration?
Nicht direkt, aber als ich noch Arbeitnehmer war, habe ich mit einigen Kollegen zusammengearbeitet, die einen Migrationshintergrund haben; einigen, die schon hier geboren und aufgewachsen sind; einigen, die erst seit ein paar Jahren in Deutschland lebten. Ich habe die Zusammenarbeit immer als positiv empfunden und vor allem die Vielfalt der Kulturen als sehr bereichernd empfunden.

Wie sahen deine ersten Erfahrungen mit der Integration im Zusammenhang mit der Fahrradwerkstatt aus?
Ich habe fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Natürlich hat nicht alles von Anfang an 100-prozentig funktioniert, aber eigentlich waren es nur die typisch deutschen Eigenschaften wie z. B. Pünktlichkeit oder Ordnung, bei denen es ein wenig „Aufeinanderzukommen“ brauchte. Das hat dann ganz schnell gut geklappt.

Welche Tätigkeiten übst du in deinem Ehrenamt genau aus?
In der Fahrradwerkstatt geht es hauptsächlich um die Reparatur von Fahrrädern mit Migranten für Migranten sowie um die Beschaffung von gespendeten Fahrrädern aus unserer Gemeinde.

Aus welchen Ländern kommen die Migranten, mit denen du durch dein Ehrenamt zu tun hast?
Hauptsächlich aus dem Iran, dem Sudan, aber auch aus Syrien und der Ukraine.

Wie oft trefft ihr euch zur Fahrradwerkstatt?
Alle zwei Wochen mittwochs.

Welche Erfahrungen sind dir bisher am meisten in Erinnerung geblieben?
Immer wenn Kinder oder auch Erwachsene ihr erstes Fahrrad bekommen, welches wir in der Fahrradwerkstatt „auf Vordermann gebracht haben“, ist das ein besonders schöner Moment. Die Freude, die sie dann empfinden, ist großartig.
Ein merkwürdiges Erlebnis war, als ein Mann ein rotes Fahrrad bekommen sollte. Er hat es wegen der Farbe abgelehnt und war auch nicht davon zu überzeugen, dass man auch als Mann ein rotes Rad fahren kann.

Was hast du aus deiner ehrenamtlichen Tätigkeit gelernt?
Ich bin offener geworden gegenüber den Migranten. Durch meine Tätigkeit habe ich mehr Hintergrunderfahrung gewonnen und dadurch ist mein Verständnis für die Migranten natürlich gewachsen. Ich empfinde es als sehr positiv.
Ich würde mir von unserer Gesellschaft und der Politik mehr Wertschätzung der Integration wünschen, dass man nicht immer alles pauschalisiert und sich dessen bewusst wird, dass Integration die Gesellschaft durchaus bereichern kann.