Ab dieser Woche wird es wieder lebendig auf der Heidefläche im Nordosten Winsens: Eine Herde von rund 80 bis 100 Tieren aus einer Schäferei in Amelinghausen wird am 2. oder 3. Juni auf die fast sieben Hektar große Fläche einziehen. Ihr Auftrag für die nächsten 14 Tage ist klar – und ausgesprochen wirksam.
Gern gesehene Gäste – Heidschnucken pflegen die Winsener Heide

Die Heide hat in den vergangenen Jahren mit Vermoosung, einer dicken Rohhumusschicht, zunehmender Vergrasung sowie dem Aufwuchs junger Kiefern und Birken zu kämpfen. Auch die Vergreisung der Heidepflanzen zeigt, dass die Fläche Pflege braucht.
Die Heidschnucken übernehmen diese Aufgabe auf natürliche Weise: Sie verbeißen junge Bäume, halten den Aufwuchs niedrig, fördern den Nährstoffkreislauf und verhindern, dass die offene Landschaft langsam zu Wald wird. So bleibt die Heide als Kulturlandschaft erhalten – samt ihrer typischen Artenvielfalt.
Für Spaziergängerinnen und Spaziergänger bleibt das Gebiet weiterhin zugänglich. Wege und eventuelle Absperrungen sind vor Ort gut ausgeschildert.
Wichtig ist jedoch die Rücksichtnahme: Die Tiere sind scheue Fluchttiere und reagieren empfindlich auf Störungen. Hunde müssen daher unbedingt angeleint werden, und zur Herde sollte stets Abstand gehalten werden.
Die Gemeinde Winsen (Aller) lädt dazu ein, diese traditionelle Form der Landschaftspflege aus respektvoller Distanz zu beobachten – ein lebendiges Stück Kulturlandschaft, das jedes Jahr aufs Neue fasziniert.
