Was kommt da auf uns zu?

Die Meldungen der letzten Tage und Wochen lassen es erahnen - die Herbst- und Winterzeit wird uns alle vor Herausforderungen stellen, wie zumindest die jungen und mittelalten Menschen in unserem Land sie noch nicht erlebt haben. Wir sprechen von kaum zu bezahlenden Energiekosten, Einschränkungen in vielen Bereichen des täglichen Lebens sowie im Kultur- und Freizeitbereich, wirtschaftlichen Einbrüchen und damit verbundenen existenziellen Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen.

Dafür an dieser Stelle schöne oder besänftigende Worte zu finden, das wäre unangebracht und auch verlogen. Es wird für uns alle spürbar sein, dass wir gerade jetzt einen Zeitenwandel erleben, dessen Dauer und Intensität sich noch überhaupt nicht abschätzen lässt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nun nicht gegenseitig die Ressourcen und Gelder missgönnen, die derzeit zur Verfügung stehen oder in einer starrsinnigen Haltung auf den Erhalt von Leistungen pochen, die im Augenblick einfach nicht zu erbringen sind oder nur für einen geringen Teil der Bevölkerung Sinn machen.

In den kommenden Wochen werde ich Sie über die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Auswirkungen in Winsen auf dem Laufenden halten. Zusammen mit Verwaltung und Politik werde ich versuchen, dass wirklich nur dort Einschränkungen vorgenommen werden, die unumgänglich sind.

Das manchmal „noch was geht“, das haben die Gespräche zur Öffnung bzw. Nicht-Öffnung des Hallenbades gezeigt. Um die vielen Anfragen nach Schwimmkursen für Kinder (ca. 350) zu befriedigen, wird das Hallenbad von Mitte September bis Ende Dezember geöffnet. Hier gibt es ein großes allgemeines Interesse, dass Kinder das Schwimmen erlernen, also legen wir darauf unser Augenmerk und sind im Gegenzug auch dazu bereit, den normalen Badebetrieb dafür einzuschränken.

In dieser Art und Weise verstehe ich auch in den nächsten Monaten unseren Auftrag, wenn es irgendwie machbar ist, Möglichkeiten für die Menschen zu finden, die es am Nötigsten haben. Sie helfen uns sehr, wenn Sie uns dabei vertrauen und es uns wissen lassen, wenn irgendwo in unserer Gemeinde wirkliche Not entsteht. Mit einem guten Gemeinsinn werden wir die nächsten Monate auf jeden Fall besser hinbekommen als mit einem stetigen Gegeneinander, unter dem immer die ärmsten und schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft am meisten zu leiden haben.

Dirk Oelmann
Bürgermeister