Ukrainische Flüchtlinge - Update Winsen

Die Bilder und Berichte, die uns jeden Tag aus der Ukraine erreichen, machen fassungslos, wütend und traurig. Mittlerweile sind 57 geflüchtete Personen (Stand 18.03.22) in Winsen aufgenommen worden und es ist noch mit vielen weiteren Menschen zu rechnen, die aufgrund der Kriegsereignisse ihre Heimat verlassen werden bzw. bereits auf dem Weg sind.

Der Wunsch zu helfen ist auch bei unseren Bürgerinnen und Bürgern allgegenwärtig spürbar und täglich erreichen uns im Rathaus Anfragen und auch konkrete Angebote zur Hilfe, die vielfach unglaublich großzügig sind. Eins aber gleich vorweg: Niemand ist damit geholfen, wenn man direkt zur Grenze fährt und geflüchtete Personen von dort direkt nach Winsen bringt.

Der Gemeinde werden die Flüchtlinge über die Landesaufnahmebehörde aufgrund des freien Wohnraums, den wir dorthin melden, zugewiesen, d. h. dass wir diesen Wohnraum logischerweise dann nicht an Personen abgeben können, die uns „an der Warteschlange vorbei“ erreichen. Dazu kommt, dass die Menschen, die bei uns nach einer langen und odysseehaften Flucht ankommen, oft bereits viele Stationen hinter sich bringen mussten und endlich zu Ruhe und (soweit möglich) Normalität kommen müssen. Da reicht es nicht, ihnen nur Wohnraum zu geben. Es gehören auch Möbel, Ausstattung, Lebensmittel, ein Kita-Angebot und Schulplätze, Unterstützung bei den nötigen Behördengängen, Corona-Schutzimpfungen uvm. dazu. Das bringt auch die Mitarbeitenden im Rathaus an die Grenzen.

Wenn man uns aber die Möglichkeit gibt, die uns zugewiesenen Menschen entsprechend aufzunehmen, zu erfassen und zu versorgen, dann ist die Aufgabe leistbar. Dazu gehört auch, dass wir personelle Ressourcen im Rathaus anders einsetzen und dass wir die Hilfe von Freiwilligen (z. B. Dolmetscher) in Anspruch nehmen. Es läuft also sehr geordnet und zügig, denn mit 57 vollversorgten Flüchtlingen steht eine Gemeinde unserer Größe im Vergleich gut da. Nun ist es natürlich kein Wettstreit, wer die meisten Flüchtlinge aufnehmen kann, sondern vielmehr unsere humanitäre Pflicht, diesen Menschen Schutz und Hilfe zu gewähren, die für sie verlässlich und planbar ist. Und natürlich wollen wir auch noch weiteren Personen die Möglichkeit geben, hier in Winsen aufgenommen zu werden.

Dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Wenn Sie Wohnraum (möglichst abgeschlossene Wohnungen) längerfristig zur Verfügung stellen können, wenn Sie ukrainisch sprechen und dolmetschen möchten oder sonst ehrenamtlich tätig werden wollen, dann füllen Sie bitte das Kontaktformular unter der Rubrik Winser Netzwerk - Hilfe für die Ukraine auf unser Homepage aus.

Darüber hinaus veröffentlichen wir auf unserer Homepage auch immer wieder aktuelle Bedarfe, mit denen man die geflüchteten Personen gerade am meisten unterstützen kann. So wollen wir möglichst schnell und effektiv helfen. Allen, die bisher schon geholfen haben, möchte ich einmal von ganzem Herzen danken. Was ich in den letzten Tagen an Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft in Winsen erlebt habe, dass ist kaum in Worte zu fassen und hat mich wirklich berührt. Der gedeckte Tisch (siehe Foto) ist ein Beispiel dafür, wie in Winsen Gastfreundschaft gelebt wird. Herzlichen Dank dafür.     

Dirk Oelmann