Straßensanierung / Straßenerneuerung Kötnerweg 2021

Die Gemeinde Winsen (Aller) beabsichtigt im Jahr 2021 die Straße „Kötnerweg“ grundhaft zu erneuern. Veranlassung dafür ist zum einen der schlechte Zustand der Fahrbahn und Gehwege. Zum anderen ist für die Straßenentwässerung sämtlicher Gemeindestraßen eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Das NWG (niedersächsische Wassergesetz) besagt zum einen, dass Niederschlagswasser vor Ort versickert werden muss, sofern dies von den anstehenden Böden möglich ist. Des Weiteren sind Sickerschächte, wie sie in weiten Teilen des Kötnerwegs derzeit vorhanden sind, nicht mehr genehmigungsfähig. Außerdem darf Niederschlagswasser von Fahrbahnen und Verkehrsanlagen nicht ohne Vorreinigung im Untergrund versickert werden. Das Wasser ist entweder zu reinigen oder über die sogenannte belebte Oberbodenzone (umgangssprachlich Mutterboden genannt) zu versickern.

Der vorhandene Ausbau des Kötnerwegs weist einen Fahrbahnbelag aus Asphalt auf. Auch die beidseitigen Gehwege sind asphaltiert. Allerdings beträgt die Stärke des Asphalts lediglich 2 bis 3 cm.  Im Bereich der Fahrbahn steht unter dem Asphalt eine i.M. 10 cm verunreinigte Tragschicht aus verschiedenen Baustoffen an, im Fußwegbereich und im Bereich der Zufahrten weist diese Tragschicht lediglich 5 cm auf und ist stark verunreinigt. Darunter folgen Sande verschiedener Korngrößen, welche zwar frostfrei, aber nur eingeschränkt tragfähig sind. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen einer Bodenuntersuchung gewonnen, welche im Jahr 2019 vom Ingenieurbüro Frieg, Bochum, im Auftrag der Gemeinde Winsen (Aller) ausgeführt wurde. Asphalt ist zudem ein Verbundwerkstoff. Durch zahlreiche Arbeiten an vorhandenen Ver- und Entsorgungsleitungen in den vergangenen Jahren wurden die Asphaltflächen immer wieder aufgeschnitten und der Verbund so immer mehr zerstört.

Mit der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung der Straßensanierung hat die Gemeinde Winsen (Aller) das Ingenieurbüro Rosse, Hannover, beauftragt, welches in den vergangenen Jahren bereits mehrere Straßenbauprojekte in Winsen erfolgreich betreute.

Planungsvorgabe war die Möglichkeit des Begegnungsverkehrs von PKW und LKW. Hierfür ist gemäß den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (kurz RASt genannt) eine Fahrbahnbreite von 5,00 m bei eingeschränkter Geschwindigkeit, wie sie im Kötnerweg vorhanden ist, erforderlich. Zusätzlich muss neben der eigentlichen Fahrbahn beidseitig ein 50 cm breiter Sicherheitsstreifen vorhanden sein, als Abstand zu Zaunanlagen, Gebäude oder Ähnlichem. Da das anfallende Niederschlagswasser über Mulden versickert werden muss, kann künftig kein gesonderter Fußweg realisiert werden. Fußgänger werden wie z.B. auch in der angrenzenden Wolthäuser Straße künftig die Fahrbahn nutzen. Es werden außerdem keine gesonderten Parkflächen ausgewiesen oder hergestellt. Parken ist grundsätzlich im Fahrbahnbereich gestattet, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer, etwa im Bereich von Zufahrten, an einer Vorbeifahrt oder einer Grundstücksbefahrung behindert wird.Die künftige Fahrbahn weist dementsprechend folgenden Querschnitt auf:

 

Auf der Westseite des Kötnerwegs (ungerade Hausnummern) schließt die Fahrbahn bzw. der Schutzstreifen neben der Fahrbahn unmittelbar an der Grundstücksgrenze an. Für diese Anlieger ändert sich höhenmäßig im Prinzip nichts gegenüber dem derzeitigen Bestand. Auf der Ostseite (gerade Hausnummern) wurden die vorhandenen Breiten der Grundstückszufahrten vermessungstechnisch aufgenommen und trapezmäßig an die neue Fahrbahn angeschlossen. Eine Verbreiterung der Zufahrten gegenüber dem Bestand ist leider nicht möglich, da sonst die Muldenflächen nicht ausreichen um das anfallende Niederschlagswasser zu versickern. Damit die Zufahrten auf der Ostseite nicht zu steil ausgebildet werden, muss auf einzelnen Privatgrundstücken die vorh. private Pflasterung aufgenommen und höhenmäßig reguliert werden. Den entsprechenden Anliegern entstehen hieraus keine Kosten. Die Entscheidung die Fahrbahn an der Westseite anzuschließen folgt rein rationellen Gedanken und ist dadurch bedingt, dass in der schmalen Straßenparzelle die Versickerung nur über eine Einseitneigung der Fahrbahn in Verbindung mit einer entsprechend großen Versickerungsmulde auf einer Seite realisiert werden kann. Da fast alle Versorgungsleitungen der Celle-Uelzen-Netz im Bereich des westlichen Fußweges verlegt sind, werden die Versickerungsmulden auf der Ostseite angelegt. Auf der Westseite angelegt, hätten diese Leitungen künftig keine ausreichende Deckung mehr und müssten vor der Fahrbahnsanierung alle ausgebaut und in größerer Tiefe neu verlegt werden. Dies wäre mit zusätzlichen Kosten und einer Verlängerung der Bauzeit verbunden und dies möchte die Gemeinde Winsen (Aller) den Anliegern ersparen. 

Die künftige Verkehrsanlage des Kötnerwegs wird mit Betonstein-Verbundpflaster befestigt. Pflaster bietet vor allem den Vorteil, dass es bei ggf. erforderlichen Arbeiten an Ver- oder Entsorgungs-leitungen in Teilstücken aufnehmbar und wieder verlegbar ist. Die Fahrbahn wird mit grauem Pflaster hergestellt, die Grundstückszufahrten und der Schutzstreifen mit sandfarbenem Pflaster, wie es auch in der Wolthäuser Straße bereits angelegt ist.In der Draufsicht sieht die künftige Fahrbahngestaltung daher wie folgt aus (beispielhafter Ausschnitt):

Anlieger des Kötnerwegs mit besonderem Interesse können, nach vorheriger Terminabsprache, die Gesamtplanung im Bauamt der Gemeinde Winsen (Aller) einsehen.

Der Baubeginn der Sanierungsmaßnahmen ist für Mitte April 2021 vorgesehen. Die bauausführende Firma, welche im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens ermittelt wird, wird die Anlieger rechtzeitig vor der Bauausführung über konkrete Termine und Einschränkungen informieren. Während der Bauphase wird die Müllabfuhr den Kötnerweg nicht anfahren. Für die Anlieger bedeutet dies jedoch keinen Mehraufwand. Sie stellen Ihre Mülltonnen und Müllsäcke wie gehabt am Vorabend der Leerungen an die Grundstücksgrenze. Die Baufirma fährt sie dann zu einem zentralen Leerungsplatz und bringt sie auch wieder zurück. Die Straßensanierung erfolgt abschnittsweise. 

Während der Bauausführung wird es eine Vollsperrung des Kötnerwegs geben. Da abschnittsweise gearbeitet wird, kann der Anliegerverkehr außerhalb des jeweiligen Bauabschnittes weiterhin zu den jeweiligen Grundstücken fahren. Einzelne Grundstücke sind zeitweise nicht mit dem PKW anfahrbar. Sollte ein Anlieger einmalig eine größere Lieferung oder gar einen Umzug vereinbart haben, der nicht verlegbar bzw. aufschiebbar ist, so findet sich in Absprache mit der Bauleitung und dem Vorarbeiter des ausführenden Unternehmens hierfür eine Einzelfalllösung. Fußläufig bleibt jedes Grundstück während der gesamten Bauausführung erreichbar.

Die Gemeinde Winsen (Aller), die Bauleitung und die ausführende Firma sind bestrebt die Einschränkungen und Behinderungen der Anlieger, den Baulärm und die Belastung durch Staub so gering wie möglich zu halten. 

Sollten Sie Fragen und/oder Anregungen haben, melden Sie sich bitte bei Herrn Findeisen. Bedingt durch die momentanen Einschränkungen (Corona) gerne per Mail (kevin.findeisen(at)winsen-aller.de) oder telefonisch (05143-98 88-52).