Schnucken weiden wieder auf der Winser Heidefläche

Die Winser Heidefläche bietet derzeit wieder eine besondere Attraktion: Eine Herde Heidschnucken weidet seit Anfang der vergangenen Woche auf dem Areal im Nordosten der Gemeinde.

Es handelt sich um 230 graue gehörnte Heidschnucken (darunter 100 Lämmer) und etwa 20 Ziegen. Die Winser Gemeindeverwaltung setzt diese Tiere einer Schäferei aus Amelinghausen ein, um das Biotop dauerhaft zu erhalten. Der Schäfermeister Michael Kaufmann hat den Transport der Tiere durchgeführt und überwacht nun ihren Einsatz auf der Heidefläche. Voraussichtlich sind die Heidschnucken bis Ende dieses Monats zu sehen. Sie werden in Zukunft ca. zweimal im Jahr eingesetzt, um das Areal mittel- bis langfristig wieder in einen gesunden Zustand zu versetzen.

Soll die Heidefläche auf Dauer erhalten bleiben, muss der Verbuschung und der Vergrasung entgegengewirkt werden. Der Ansatz, die Heide mit Heidschnucken zu beweiden, ist dabei wohl die bekannteste Pflegemethode. Sie führt zu einem jungen Austrieb der Heidepflanzen. Diese sollten auf einer Länge von etwa 15 cm gehalten werden, um jung und dicht zu bleiben sowie schön blühen zu können. Indem die Tiere die Heide beweiden, zerstören sie zudem Spinnweben in den Flächen, was diese für Fluginsekten wie Bienen wieder wesentlich interessanter macht.

Die Heidschnucken geraten als Fluchttiere schnell in Panik. Deshalb weist die Gemeindeverwaltung Hundehalter darauf hin, dass sie ihre Tiere hier nicht frei laufen lassen dürfen.

Bereits 2016 hat die Winser Gemeindeverwaltung ein Pflege- und Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben, das als Grundlage für die Revitalisierung der Heidefläche dient. Um zu erreichen, dass sich die Sandheiden wieder ausbreiten, kann eine solche Wiederbelebung nur in Teilabschnitten durchgeführt werden. Dies wird direkt und zeitnah mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Celle rückgekoppelt. Die seit November 2017 umgesetzten Maßnahmen haben bereits zu ersten guten Ergebnissen geführt. Dies gilt es nun fortzuführen, um die Flächen weiter offen und für die Heidepflanzen attraktiv zu halten.

Durch eingeworbene Fördermittel kann in der Saison 2021/2022 wieder eine größere Fläche geplaggt werden.