Neue Streuobstwiese für Thören

Regionale Obstbaumsorten fördern den Insektenschutz

Die Gemeinde Winsen (Aller) setzt ihre Bemühungen um den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt fort. Auf der Gänsewiese im Ortsteil Thören soll eine Streuobstwiese entstehen, die unterschiedliche einheimische Obstbaumsorten beheimaten und dadurch einen wertvollen Beitrag gegen das Insektensterben leisten wird. Nun besuchten Bürgermeister Dirk Oelmann und Benjamin von Ahlen, Fachdienstleister für Gemeindeplanung, das Grundstück. Unter fachlicher Beratung durch Jürgen Dobewall von der Baumschule BoGart markierten sie probeweise diejenigen Stellen mit Holzpflöcken, an denen die Bäume gepflanzt werden sollen. Für das etwa 3.560 m2 große Areal, das sich im Gemeindebesitz befindet, kommen vor allem alte hochstämmige Obstbäume in Frage: Die unterschiedlichen Birnen, Apfel- und Walnusssorten werden den Insekten über die gesamte Saison hinweg vielfältige Nahrung bieten und gleichzeitig ein Zeichen gegen die in der Landwirtschaft verbreitete Monokultur setzen. Bürgermeister Oelmann wünscht sich, dass Streuobstwiesen wie die in Thören viele Nachahmer finden. „Wir hoffen, dass sie als Beispiel für private Grundstückseigentümer dienen, die selbst etwas gegen das Artensterben unternehmen möchten. Ein wichtiges Ziel unserer Bemühungen ist es, die Bürger vom Mehrwert dieser fruchtbaren Biotope zu überzeugen. Wir wollen sie dazu anregen, auch auf ihrem eigenen Land eine Streuobstwiese anzulegen. Gerade deshalb platzieren wir diese Biotope mitten in den Ortschaften: Diese Form des Naturschutzes soll für alle wahrnehmbar sein.“

Die Anlage der Streuobstwiese in Thören folgt den Linien des Streuobst- und Blühwiesenkonzepts, das der Winser Gemeinderat am 28. März 2019 verabschiedet hat. Bei dieser Gelegenheit wurden mehrere Flächen bestimmt, die sich für derartige Anpflanzungen eignen. Schon kurz darauf, im April, pflanzte die Gemeindeverwaltung eine erste Streuobstwiese in Stedden an. Hier, wie auch auf einer Fläche im Süden des Winser Schützenplatzes, soll in Zukunft noch eine Blühwiesensaat eingebracht werden. Die Planungen sehen zudem vor, wie in Thören auch auf einem Teilbereich des Bannetzer Sportplatzes eine zusätzliche Streuobstwiese einzurichten.

Um die nun anstehenden Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz umsetzen zu können, bewirbt sich die Gemeinde Winsen (Aller) um eine finanzielle Förderung durch die LEADER-Region Aller-Leine-Tal. Das zu diesem Zweck von Benjamin von Ahlen erarbeitete Streuobstwiesen-Projekt setzt sich aus drei Bausteinen zusammen. Zum einen umfasst es die Realisierung der Streuobstwiesen in Thören und Bannetze: Hier muss der Boden entsprechend vorbereitet und die Anpflanzung der Bäume durchgeführt werden. Darüber hinaus sollen es die beantragten Finanzmittel ermöglichen, dass Fachleute Pflegekurse für interessierte Bürger anbieten. Ein solcher Unterricht kann all jene Kenntnisse vermitteln, die für die richtige Anpflanzung und Behandlung von Streuobst- und Blühwiesen auf dem eigenen Boden benötigt werden. Schließlich plant die Gemeinde drittens die Einrichtung eines Netzwerkes, an dem sich Gärtner, Pomologen, Fördermittelstellen und Interessierte beteiligen. Regelmäßige Treffen sollen es den Teilnehmern ermöglichen, sich über neue Entwicklungen und eigene Erfahrungen auszutauschen.