Die Winser Heidefläche wächst

Eines der hartnäckigsten Themen in meiner Amtszeit ist die Renaturierung der Winser Heidefläche. Dieser besondere und kulturhistorisch wichtige Bereich, der leider über Jahrzehnte nicht die Pflege erfahren hat, die notwendig gewesen wäre, liegt nach wie vor vielen Winser Bürger*innen sehr am Herzen.

Ob nun für den täglichen Spaziergang oder das alljährliche Ostereiersuchen auf der Heidefläche, dieses Naherholungsgebiet ist ein wichtiges Stück Winsen. Mit viel Lob wurde zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinde sich nun schon seit mehreren Jahren um die Wiederherstellung aktiv bemüht. So wurde und wird auch weiterhin die Beweidung mit Heidschnucken durchgeführt, Flächen werden entkusselt und geplaggt usw.

Nun wurde der nächste Schritt getan und auch der brachliegende westliche Teil, der wohl schon fünfzig Jahre sich selbst überlassen wurde, in die Renaturierung mit einbezogen. Zunächst mussten große Kiefern gefällt werden, die durch ihren Schattenwurf das Wachstum der Heidepflanzen nahezu zum Stillstand gebracht hatten.

Nach der Fachberatung durch einen Förster wurde diese Aktion freundlicherweise von der Fa. GaLa-Bau Lindhorst aus Winsen kostenneutral übernommen. Hierbei wurde darauf geachtet, dass vor allem kleine, für die Heidelandschaft typische Baumgruppen erhalten bleiben, insgesamt aber wieder viel mehr Licht auf die Fläche kommt. Gerade die mehrstämmigen oder sehr krumm gewachsenen Kiefern, die erhalten geblieben sind, haben ihre teilweise skurrilen Formen zu Beginn ihres Wachstums durch den Fraß von Heidschnucken erhalten und spiegeln somit ein Stück Heidegeschichte wider.

Diese Erkenntnis aus der Fachberatung durch den Förster hat mir einmal mehr gezeigt, dass eine ausgiebige Auseinandersetzung mit der Thematik enorm wichtig ist, um die Zusammenhänge zu verstehen, denn ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich wohl eher die gerade und stattlich gewachsenen Bäume stehen gelassen hätte und somit der Sache, nämlich eine Wiederherstellung der typischen Heidefläche voranzutreiben, nicht gerecht geworden wäre.

Es wird sicher noch ein paar Jahre dauern, bis man die Winser Heidefläche im wahrsten Sinne des Wortes wieder zu alter Blüte zurückgebracht hat, aber viele Schritte sind mittlerweile getan, um das Projekt, das letztlich auch durch die großzügige Unterstützung des Förderfonds der Familie Lindhorst und die Fa. GaLa-Bau Lindhorst möglich wurde, zum Erfolg zu bringen und somit für alle Bürger*innen ein Stück Winser Geschichte als Naherholungsgebiet wieder nutzbar zu machen.

Dafür an dieser Stelle einen sehr herzlichen Dank.

Dirk Oelmann
Bürgermeister