Ausbau Haltestelle Celler Straße

Juni 2022 und der Umbau der Haltestelle Celler Straße ist beinahe abgeschlossen. Wir erinnern an unseren Beitrag [auf der ADFC-Homepage] aus Oktober 2021, da sah es gar nicht gut aus!

Zitat: „In Winsen werden die Bushaltestellen „barrierefrei“ umgebaut. Der ADFC hofft, dass dies neben Rollatoren und Rollstühlen auch Fahrräder beinhaltet. CZ-Online veröffentlicht am 10.10. einen Artikel, indem die Celler Straße beispielhaft hervorgehoben wird. Ja, es soll sogar Radanschließanlagen geben. Das freut uns sehr. Nicht gefreut hat uns die Tatsache, dass unseren Mitbürger:innen und Schüler:innen während dem Umbau nicht einmal eine Leihabstellanlage für Ihre Fahrräder zur Verfügung gestellt wurde. Selten haben wir eine so dilettantisch eingerichtete Baustelle gesehen. Allein die Umleitung für Fußgänger und Radfahrer zeigte in die falsche Richtung.

Zitat ADFC: „Der ADFC hofft, dass es bei weiteren Umbauten, die laut CZ-Online geplant sind, die Belange unserer Bürger:innen respektiert werden und die teils sehr teuren E-Bikes fachgerecht abgestellt werden können. Dies setzt natürlich voraus, dass im Vorfeld durch Zählung und Befragung festgestellt wurde, wie hoch der zu erwartende Radverkehr sein wird und damit auch die Anzahl der Abstellplätze geplant worden sind. Einfach nur so viele zu installieren wie eben Platz ist, stellt kein zukunftsicheres Verkehrsentwicklungskonzept dar. Der Radverkehr wird zunehmen und die Schnittstelle Rad zum ÖPNV wird immer wichtiger in der Verkehrsentwicklung unserer Gemeinde.

Betrachtet man den Bushaltestellenausbau auf der ‘Alte Celler Heerstraße’, so fehlen dort Radabstellanlagen komplett, zum Ärgernis der Anwohner, werden doch die Räder an deren Jägerzäune angekettet. Da wir dort extrem beengte Platzverhältnisse haben, wäre es sicherlich zielführend das von uns angemahnte ‘Bermuda Dreieck’ zu einer Radabstellanlage umzubauen. Das spart sicherlich Pflegekosten der Grünanlagen und schafft ‘Platz fürs Rad’.“

Was hat sich inzwischen getan?
Nun, dank der neuen Fußgängerampel ist es nun möglich, dass die Schulkinder aus den Wohngebieten entlang der Mühlenstraße sicher über die Straße kommen, um dann vor dem Deich bis zur Allerbrücke radeln können. Unter der Allerbrücke hindurch bringt sie dann sicher zu den Schulen, westlich der Neuwinsener Straße.

Im Ampelbereich wurden auf der nördlichen Seite der Celler Straße vier Anlehnbügel installiert, also Platz für acht Fahrräder. Ein Lastenrad kann vermutlich nicht abgestellt werden, wie man an dem Fahrradanhänger erkennen kann, der aus der Abstellanlage heraus in den Radweg reicht. Mit der Abstellanlage auf der anderen Straßenseite, wären es dann in Summe Abstellfläche für 16 Fahrräder. Die inzwischen immer noch an Verkehrszeichen angeketteten Fahrräder lassen bereits jetzt vermuten, dass dies noch lange nicht ausreichend sein dürfte.

Auf Anfrage an den Fachbereich II, Fachdienst Baumanagement, Team Tiefbau der Gemeinde Winsen, bekamen wir von Herrn Kevin Findeisen nachfolgende vollständige Stellungnahme:
„Die Gemeinde Winsen (Aller) ist bestrebt, in ihrem Handeln das Leben für Anwohner und Besucher so angenehm, wie es ihr möglich ist, zu gestallten. Ein wichtiger Part ist die Herstellung der Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr. Seit 2018 plant die Gemeinde die Sanierung mehrerer Haltestellen, um den ÖPNV in der Fläche wieder attraktiver zu gestalten und es den Bürgern mit Handicap zu erlauben, auch auf dem Land wieder mobiler zu werden. Im Zuge des Förderprogramms der LNVG „Förderung von Investitionen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)“ hat die Gemeinde Winsen (Aller) einen Partner gefunden, welcher einen nicht unwesentlichen Teil der Kosten trägt. Durch diese Partnerschaft ist es dem Tiefbau der Gemeinde Winsen (Aller) möglich, eine größere Anzahl an Bushaltestellen in den Ortsteilen barrierefrei herzustellen. Dies bedeutet aber auch immer, dass die Herstellung einer Barrierefreiheit keine Einbahnstraße ist und nicht nur eine Partei auf Kosten der anderen bevorzugen darf. Der Tiefbau der Gemeinde Winsen (Aller) ist bestrebt, solche Anlagen zum Nutzen aller Bürger zu erstellen, auch wenn es bedeutet, in Teilen Kompromisse einzugehen.

Das größte dieser Projekte, die Bushaltestelle Celler Straße in Richtung Winsen (ca. 30 m Baustellenlänge mit Rückbau der alten Haltestelle und Errichtung einer komplett neuen Kapphaltestelle) und in Richtung Celle (ca. 48 m Baustellenlänge), ist mit der Herstellung der Lichtsignalanlage und der Einrichtung einer kleinen zusätzlichen Aufstellfläche für Fahrräder in den letzten Wochen fertiggestellt worden.

Im Zuge der Bauarbeiten kam es durchaus zu Beeinträchtigungen im Bereich der Baustelle und es hätte vielleicht an manchen Stellen einiges nicht so haken müssen; trotzdem bleibt festzustellen, dass die Baustelle, und hier muss ich mich bei allen Beteiligten (ADFC für kritische, doch konstruktive Hinweise, Firma Martens Tief und Straßenbau und das Ing. Büro Hahn GmbH für den Ablauf der Bauarbeiten sowie den Bürgern, welche sich mit den Einschränkungen über die Bauzeit arrangieren mussten) bedanken, zügig abgeschlossen werden konnte, damit die Haltestelle nun den Bürgern der Gemeinde zur Verfügung steht.

Restarbeiten im Bereich der Bushaltestellen werden durch den Bauhof der Gemeinde Winsen (Aller) im Laufe der nächsten Wochen noch erledigt, und die Firma Staatz ist im Auftrag der Gemeinde Winsen (Aller) damit beschäftigt, Bereiche des Radweges in Richtung Celle so herzustellen, dass bei Regen kein Wasser mehr steht und auch der Boden der links liegenden Verwallung nicht mehr auf den Radweg gelangt. Dies wird durch zusätzliche Entwässerungsmulden und den Einbau von Winkelstützen realisiert.

Insgesamt hoffen wir, damit den Bürgern und Besuchern der Gemeinde Winsen (Aller) eine funktionelle und präsentable Verkehrsanlage auf lange Sicht zur Verfügung stellen zu können.“

Die Arbeitsgruppe Radverkehr verfolgt die Entwicklung im Sinne der „Verkehrspolitik – aber mit Zukunft“ weiter. Ein erster Anfang ist gemacht.

(https://adfc-winsen.de/)