Archivierte Berichte

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Morgenstund´ hat Gold im Mund!

Die Zeugniskonferenzen für die 10. Klassen sind vorbei, aber der Unterricht noch nicht. Die „Klassenlehrer-Woche“ steht auf dem Programm der Schule im Allertal in Winsen, Zeit für Lehrer und Abschluss-Schüler, am Ende des Schuljahres noch einmal sowohl unterhaltsame als auch sinnvoll genutzte Zeit miteinander zu verbringen.

Für diesen Montag hatte sich die Klassenlehrerin der 10c S. Ripke etwas ganz Besonderes überlegt: Ein Wandertag sollte es sein mit einer umwelterzieherischen Qualität. Auf die Idee kam sie durch die jährlich stattfindende Aktion “Unser sauberes Schleswig-Holstein” im Nachbarbundesland. Einmal im Jahr werden dort alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, dem Müll in der Natur auf den Pelz zu rücken. Ganze Schulen, Dorfgemeinschaften und Vereine treffen sich morgens, spazieren durch die Straßen, Wälder und Wiesen ihrer direkten Nachbarschaft und sammeln, was andere gedankenlos weggeworfen haben. Diese Information im Hinterkopf fand sich schnell ein möglicher Einsatzort für die fleißigen Schülerinnen und Schüler: der „Winsener Kalka“, die bei Jung und Alt so beliebten Anglerseen sollten gesäubert werden.

Die Hitze der vorherigen Tage in Betracht ziehend äußerte während der Planung des Ganzen ein Schüler den Gedanken, diesen Wandertag doch um fünf Uhr morgens beginnen zu lassen - und wie das Leben es manchmal so will, diese Idee setzte sich tatsächlich durch und wurde von Schülern, Eltern und Lehrerin unterstützt.

Müde waren die Jugendlichen schon, als sie sich in der frühen Morgenstunde auf dem Schulhof trafen, aber nichtsdestotrotz voller Bereitschaft den Tag anzugehen – und ein Maskottchen hatten sie auch dabei: Den Hund Cookie. Eine Stunde Fußmarsch durch kühle, leicht feucht riechende Luft, die Straßen noch menschenarm, die Luft nur erfüllt von Vogelgezwitscher und dem Hufegeklapper einer einsamen Reiterin. Das Ziel, der Kalka, stark frequentiert in den letzten Wochen von Groß und Klein, menschenarm zu dieser frühen Uhrzeit, aber mit deutlichen Spuren menschlicher Anwesenheit. Nach einer kleinen Brezelstärkung ging es los: Insgesamt neun Müllsäcke wurden in knapp einer Stunde gefüllt mit Bier- und Kornflaschen, Unmengen Plastik- und Verpackungsmaterial, einem Straßenbegrenzungspfosten, Gummischläuchen und natürlich zahllosen Zigarettenstummeln und Kronkorken.

Jetzt ist der Platz wieder sauber – für wie lange? Ja, das ist wohl die Frage. Aber heute waren die 10. Klässler und ihre Lehrerin sehr zufrieden mit ihrer Arbeit, wussten sie doch, dass sie etwas Sinnvolles für sich und die Natur getan hatten – wie schon das Sprichwort sagt: „ Morgenstund´hat Gold im Mund“.