Archivierte Berichte

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Übung im Brandhaus der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) Celle

Vor kurzem. hatte die Atemschutzgruppe die Möglichkeit im Brandhaus der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) Celle unter realen Bedingungen zu üben. Das Brandhaus ist so konstruiert, dass es über keinerlei Brandlasten verfügt, außer denen, die man selbst in ihm platziert und angezündet hat. Man kann hier sicher, aber unter realistischen Bedingungen den Innenangriff üben.

So konnte in zwei Durchgängen zum Einen nur mit nassem Stroh eine sehr starke Verqualmung, ohne große Hitze, zur Gewöhnung an die extrem geringe Sicht und zum Anderen mit einem richtigen Holzfeuer auch Temperaturen zwischen 150° und 200° Celsius erzeugt werden, um die Hitze eines richtigen Gebäudebrandes zu erahnen.

Aber nun zum Anfang:

Wer üben möchte, muss Vorbereitungen treffen und sein Feuer herrichten. Paletten werden zersägt und Stroh wird in das Haus getragen. Damit nicht alle Kameraden wissen, wo es im Haus brennt, haben drei erfahrene Kammeraden die Feuerstellen im Haus hergerichtet.

Für den ersten Durchgang wurde nun das nasse Stroh im Keller des Gebäudes in Brand gesteckt. Kurz darauf drang schon gelblicher Rauch aus einem Kellerfensterspalt und etwa 10 Minuten später war die Sichtweite im ganzen Gebäude auf ein Minimum reduziert.

Der erste von drei Trupps macht sich bereit. Die Ausrüstung wird ein letztes Mal geprüft, die Sicherungsleine wird befestigt und anschließend in der Hocke die Tür geöffnet. Der Qualm dringt sofort aus dem Inneren des Gebäudes und die Kameraden sind nach etwa einem halben Meter schon nicht mehr zu sehen. Die Trupps bestehen in dieser Übung aus drei Kameraden, die sich gemeinsam durch das Gebäude bewegen, um die versteckten Übungspuppen zu suchen. In jedem Stockwerk musste gesucht werden. Hier haben grade die noch neuen und wenig erfahrenen Kameraden schnell gemerkt, wie schwierig es ist, die Räume komplett abzusuchen. Der Einsatz der Atemschutztrupps wird die ganze Zeit über von der Atemschutzüberwachung betreut. Auf dem Atemschutztafel wird vermerkt, welche Kameraden in welchem Trupp sind, die Anfangsdrücke der Pressluftatmer-Flaschen (PA-Flaschen) notiert und es werden die Zeiten aufgeschrieben, wann die Geräte angeschlossen werden. Alle 10 Minuten nimmt die Atemschutzüberwachung über Funk Kontakt mit den Trupps auf um die Drücke der PA-Flaschen abzufragen.

Nach einer kleinen Pause wurde das Holzfeuer im Haus in Brand gesetzt. Hier kam nun auch noch die Hitze hinzu. Im Brandraum entstehen schnell Temperaturen zwischen 150° und 200° in Bodennähe. Auch die Rauchgase haben nun eine wesentlich höhere Temperatur und das ganze Gebäude erwärmt sich. Die ohnehin schon schweißtreibende Arbeit wird dadurch noch weiter erschwert. Die Kameraden tragen für den Atemschutzeinsatz spezielle wasserdampfdiffusionsdichte temperaturisolierende Schutzkleidung. Dazu dicke Handschuhe und eine Flammschutzhaube, die Haut und Haare am Kopf schützen soll.

Die Trupps gingen nun erneut in das Gebäude. Diesmal zur Personensuche ( Übungspuppen) und zur Brandbekämpfung. Auch diesmal wurden wieder alle drei Geschosse systematisch abgesucht und die Übungspuppen nach draußen gebracht.

Das Feuer wurde anschließend mit einem C-Rohr gelöscht. Hierbei kommt für einen Innenangriff ein Hohlstrahlrohr zum Einsatz. Die Vorteile gegenüber einem normalen C-Mehrzweckstrahlrohr sind die kompakte und kürze Bauweise. Der Pistolengriff sorgt für eine gute Handhabung und der große Ventilbügel ermöglicht eine sehr kontrollierte Wasserabgabe. Zusätzlich lässt sich die Durchflussmenge von 60 Liter pro Minute auf 235 Liter pro Minute einstellen und es kann zwischen Vollstrahl und Mannschutzbrause stufenlos gewechselt werden.

Anschließend wurde die hydraulische Ventilation demonstriert. Hier kann der Löschtrupp mit dem Strahlrohr von innen aus dem geöffneten Fenster heraus einen Luftstrom erzeugen, der den Rauch aus dem Zimmer zieht.

Um das Gebäude nach der Übung komplett rauchfrei zu bekommen wurden unsere beiden Druckbelüfter in Stellung gebracht und im Gebäude eine Auslassöffnung durch öffnen eines Fensters geschaffen. Nach wenigen Minuten ist so das Gebäude auch wieder ohne Atemschutz betretbar.

Zum Ende der Übung muss natürlich noch aufgeräumt werden! Die Reste des Brandgutes müssen aus dem Haus in einen Container geschafft werden und das genutzte Material muss wieder auf den Fahrzeugen verlastet werden.

Wir bedanken uns bei Ulrich Marquardt und der NABK für diese gute Übungsmöglichkeit!

Text und Bilder: C. Schumann