Viele Jugendliche kämpfen immer noch mit Corona

Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche berät viele Erstklässler

Celle (lkc.) Im Jahr 2022 feierte die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche ihr 70jähriges Bestehen. Sie ist damit eine der ältesten Beratungsstellen für Familien in Deutschland. „Jede Familie, jedes Kind, jeder Jugendliche wird individuell in den Blick genommen – das war 1952 genauso wie heute. Geändert haben sich Einstellungen, Lebensbedingungen, gesellschaftliche Rahmungen. Die Suche nach individuellen Lösungen ist geblieben“, so Bernd Albrecht Hielscher von der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Niedersachsen e.V. in seinem Grußwort auf der Jubiläumsfeier. 

2022 kämpften viele Kinder und Jugendliche immer noch damit, sich nach der langen Isolationsphase durch Corona wieder den institutionellen Herausforderungen stellen zu müssen. Sie reagierten mit Ängsten und ausgeprägten psychosomatischen Bauch- oder Kopfschmerzen oder zeigten aggressives Verhalten. Im Herbst 2022 wurden viele Erstklässler angemeldet, die erhebliche Schwierigkeiten hatten und haben, im System Schule anzukommen und psychosomatisch reagieren. Einige Jugendliche scheinen immer noch nicht zurück zu finden in die festen Strukturen und setzten den Lockdown von sich aus fort.  

2021 baute die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche die Telefonberatung aus und führte Videoberatung ein. Obwohl Präsenztermine im Jahr 2022 durchgängig möglich waren, bieten wir diese beiden Beratungsformen inzwischen grundsätzlich mit an. Sie werden in unserem Flächenlandkreis gut genutzt. Viele Jugendliche empfinden eine anonyme Beratung im Internet oder die Teilnahme an Chatforen als Entlastung. Deshalb wurde eine Diplompsychologin der Beratungsstelle über die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) umfassend geschult. Sie beteiligt sich mit fünf Wochenstunden an der bke Onlineberatung.  

Seit Frühjahr wurde in einigen Kitas wieder die Kitasprechstunde angeboten, die 2021 coronabedingt ausfallen musste. Sie wird von den Eltern gut angenommen. Bereits bei den Kindergartenkindern spielt Medienerziehung eine bedeutende Rolle. Eltern wollten auch wissen, wie sie mit ihren Kindern über den Ukraine Krieg sprechen können.  2023 werden wir die Kitasprechstunden fortsetzen. 

„Ein großer Teil der Arbeit in der Beratungsstelle betrifft Trennung und Scheidung. Nach der langen Lockdownphase haben wir im Frühjahr 2022 eine Kindergruppe und zwei Elternkurse „Kind im Blick“ parallel angeboten. Eltern lernen hier, wie sie ihre Kinder auf eine gute Art und Weise in dieser schwierigen Lebensphase begleiten und wie sie sich deeskalierend dem anderen Elternteil gegenüber verhalten können. Sollte es erforderlich sein, können diese gut angefragten Kurse 2023 auch online starten“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle Anja Werner. 

Telefonisch erreichbar ist die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr unter Telefon 05141 / 9164400. Mittwochs um 17 Uhr und donnerstags um 9 Uhr haben wir eine offene Sprechstunde, die ohne Voranmeldung genutzt werden kann. In Hermannsburg gibt es eine Außenstelle; Anmeldungen dafür bitte über das Sekretariat in Celle.